Die DVGW-Arbeitsblätter zielen auf eine Verhinderung der Legionellenvermehrung in Neu- ([DVGW551]) und in Altanlagen ([DVGW552]) ab. Legionellen (Stäbchenbakterien) kommen in der Natur in jedem Süßwasser vor. So gelangen sie auch mit dem kalten Trinkwasser in die Hausinstallation, jedoch in geringer, ungefährlicher Konzentration (ca. eine Legionelle pro Liter). Hier können sie sich bei Temperaturen zwischen 25 °C und 42 °C stark vermehren, so dass z.B. in stehendem Wasser bei Temperaturen von 40°C in wenigen Tagen Konzentrationen von 108 Legionellen pro Liter Wasser erreicht werden. Gesundheitlich gefährlich werden die Bakterien für den Menschen durch Einatmung über sogenannte Aerosole. Die in die Lunge gelangenden Legionellen können sich in körpereigenen Zellen (Makrophagen) vermehren, weshalb auch die Sterblichkeitsrate sehr hoch sein kann (bis 30%). Durch Temperaturerhöhung auf 60-65 °C können die Legionellen abgetötet werden so dass in Warmwasserspeichern die Temperatur wenigstens kurzzeitig erhöht werden sollte. Aus diesem Grund werden die Vorlauftemperaturen bei Nahwärmenetzen im Sommer auf minimal 70°C abgesenkt. Ferner sollte eine regelmäßige Entschlammung der Behälter durchgeführt werden, da Schlamm einen guten Nährboden bietet. Darüber hinaus ist anzumerken, dass die meisten Elastomere (Gummidichtungen, -duschschläuche) ebenfalls gute Nährböden darstellen und Eisenionen im Gegensatz zu den Kupferionen ein Legionellenwachstum fördern, was für die Auswahl des Leitungsmaterials bedeutend ist. Neben der erwähnten thermischen Desinfektion können auch chemische Verfahren zur Desinfektion (Chlorierung, Ozonierung) und UV-Bestrahlung zur Abtötung der Bakterien eingesetzt werden.