Kunssttoffmediumrohre

Hersteller Handelsname Nennweite Besonderheiten
ABB Perflex-Biegerohr 22-32 mm Rollen
ABB Aluflex-Biegerohr 22-32 mm Rollen (Mediumrohr Alu beschichtet)
BRUGG Calplex DN 20-100 Rollen bis DN 40 auch Dooppelrohr
FLEXALEN Österreich Flexalen-VS 500 DN 25-63 Rollen
FLEXALEN Österreich Flexalen-System 1000 DN 20-150
LØGSTØR RØR - PAN - ISOVIT LR-Pex22-110 mm Rollen/Stangen
LØGSTØR RØR - PAN - ISOVIT Flexopan-Pex DN 20-80 Rollen (bis DN 40 auch Doppelrohr)
STAR PIPE Star Pipe Flex 20-32 mm Rollen
TARCO PEX/FLEX 22-50 mm Rollen
UPONOR Ecoflex DN 20-90 Rollen (bis DN 50 auch Doppelrohr)

Flexible Kunststoffmediumrohre (PMR) bestehen aus einem Mediumrohr aus vernetztem Polyethylen (PEX) oder Polybuten (PB). Das Mediumrohr ist meist mit einer Dämmschicht aus semiflexiblem Polyurethan (PUR) und diese mit dem Mantel aus Polyethylen (PE) kraftschlüssig verbunden. Mediumrohre aus PEX müssen mit einer Sauerstoffdiffusionssperre ausgestattet werden, die entweder aus EVAL (Ethen-Vinylalkohol-Copolymer, auch EVOH genannt) oder für eine 100-prozentige Diffusionsdichtigkeit aus Aluminium besteht. Die Temperatur- und Druckgrenze liegt bei 95 °C und 6 bar bzw. bei kleinen Nennweiten als Sonderausführung auch bei 10 bar. Falls die Temperaturobergrenze als Dauerbetriebsparameter gewählt wird, führt dies zu einer kürzeren Lebenserwartung der Rohrleitung. Dauerbetriebsparameter bei 30 Jahren Laufzeit sind 90 °C und 6 bar. Die theoretischen Standzeit erhöht sich auf 50 Jahre, wenn nur 85 °C und 5,1 bar als Betriebsparameter gewählt werden. Die technisch und wirtschaftlich beste Verbindungstechnik für PEX- und PB-Mediumrohre ist die Preßkupplung, die mittels eines Spezialwerkzeugs sicher und einfach zu montieren ist. Für PB-Rohre besteht alternativ die Möglichkeit des Schweißens. Hausabzweige lassen sich mittels T-Stücken aus PB, PEX, GFK bzw. Stahl realisieren; Stahl- oder GFK-T-Stücke werden z.T. bei PEX-Rohren ein-gesetzt, da PEX-T-Stücke nicht geschweißt werden können und daher teurer in der Produktion sind. Bei der Verlegung werden T-Abzweige möglichst direkt für alle, auch nachträglich anzuschließenden Gebäude eingesetzt, da ein späterer Anschluß, nicht durch eine einfache Anbohrtechnik verwirklicht werden kann. Nachträglich lassen sich T-Abzweige nur einbinden, wenn die Rohrleitung außer Betrieb genommen, eingefroren bzw. abgequetscht wird. Bei der Verlegung der flexiblen Kunststoffmediumrohre muss auf eine Überdeckung von mindestens 40 cm geachtet werden, um das Rohr nicht durch Grabearbeiten im Garten oder durch Verkehrslasten zu beschädigen. Die Rohre werden in ein Sandbett gelegt und mit ca. 5 bis 10 cm Sand umgeben; der Rest des Grabens kann mit dem Aushubmaterial verfüllt werden. Eine Übereinanderverlegung ist wirtschaftlich nur bei extrem aufwendig wiederherzustellenden Oberflächen oder sehr beengten Verhältnissen im innerstädtischen Bereich sinn-voll. Aufgrund der Nennweiten (bis DN 110) und der Einsatzgrenzen (95°C, 6 bar) ist ein Einsatz für kleinere bis mittlere Nahwärmenetze mit niedrigen Netztemperaturen möglich. Ein Vorteil gegenüber dem KMR in diesem Einsatzbereich ist die variable, einfache Trassenführung und die Anpaßbarkeit des Rohrverlaufs an die lokalen Gegebenheiten (z.B. querende Leitung). Ein weiterer Vorteil sind die geringen Anforderungen an das Bau- und Montagepersonal, das in die Technik kurzfristig eingewiesen werden kann und die Verlegung von "der Rolle", die die Anzahl der Verbindungen und damit ebenfalls die Kosten senkt. Von Nachteil sind die vergleichsweise teuren Formstücke, die aufwendige Technik des nachträglichen Anschlusses von Gebäuden und die höheren, mit dem Durchmesser überproportional ansteigenden Materialkosten.