Anschluss- und Benutzungszwang

Unter Berücksichtigung einer näherungsweise linearen Abhängigkeit zwischen Außentemperatur und Wärmebedarf und der Gleichsetzung des Normwärmebedarfes mit der maximal nachgefragten Wärme läßt sich aus der Jahresdauerlinie der Außentemperatur die Wärme-Jahresdauerlinie ableiten. Die dem Normwärmebedarf zugehörige Normaußentemperatur tNorm und die Häufigkeit der verschiedenen Außentemperaturen können entweder bekannten Regelwerken ([DIN4710]) entnommen oder von Wetterdiensten bezogen werden. Der lineare Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Heizwärmebedarf ist grafisch anschaulich darzustellen (Bild).

Zur Konstruktion wird neben dem bekannten Wertepaar (Normaußentemperatur/ Normwärmebedarf), eine Heizgrenztemperatur tHGr von 15 °C angesetzt, ab der keine Raumheizwärme abgenommen wird. Mit dieser funktionellen Abhängigkeit und den oben angesprochenen Temperaturverteilungen lassen sich die entsprechenden Jahresdauerlinien konstruieren, indem jeder Außentemperatur ein Wärmebedarfswert zugeordnet wird. Mit den Daten der [DIN4710] ergibt sich für die Stadt Essen folgende mittlere jährliche Temperaturverteilung: siehe Bild links.

Bei einem Versorgungsobjekt mit einem Normwärmebedarf von 500 kW und mit Hilfe der Normaußentemperatur (nach DIN 4701 für Essen -10°C) ergibt sich folgende Jahresdauerlinie: Bild 2.5: Jahresdauerlinie des Heizwärmebedarfs Da die Normaußentemperatur für einige Stunden im Jahr unterschritten wird, liegt der Spitzenheizwärmebedarf in Bild 2.5 etwas höher als der Normwärmebedarf. Für die Auslegung des Wärmeerzeugers ist dies jedoch von untergeordneter Bedeutung. Zu dem außentemperaturabhängigen Wärmebedarf muss noch ein je nach Objekt unterschiedlich hoher Grundlastanteil (bei Wohnobjekten durch die Warmwasserbereitung, bei gewerblichen oder industriellen Gebäude nutzungsabhängige Grundlasten) hinzuaddiert werden. Mit den in der DIN 4710 angegebenen stündlichen Mittelwerte für die verschiedenen Monate könnten in gleicher Weise charakteristisches Tagesganglinien ermittelt werden. Da aber diese Werte Mittelwerte über alle Tage eines Monates sind und somit einzelne Spitzenwerte stark abgeschwächt werden, sollte für eine Tagesgang-Berechnung nicht auf die DIN-Werte sondern auf andere Quellen zurückgegriffen werden.