Beim HDR-Verfahren wird die Erdwärme im trockenen, heißen Gestein genutzt, indem über eine Injektionsbohrung Wasser in die meist einige Kilometer tief liegenden Gesteinsschichten gepreßt wird. Dabei werden vorhandene Risse aufgeweitet und teilweise neue geschaffen. Durch dieses System von Rissen und Brüchen zirkuliert das Wasser, wobei es sich aufheizt, und anschließend über eine zweite Bohrung (Produktionsbohrung) an die Oberfläche gefördert wird. Das Heißwasser kann zur Nahwärmeversorgung oder Erzeugung von elektrischem Strom (mittels einer ORC-Anlage ) genutzt werden. Das HDR-Verfahren ist überall dort interessant, wo die geothermischen Gradienten (Anstieg der Temperatur im Gestein mit zunehmender Tiefe) höher als 50 °C/km sind. Wegen der höheren Temperaturen besitzt eine HDR-Anlage einen besseren Wirkungsgrad als andere geothermische Verfahren. Die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage hängt sehr stark von der Durchlässigkeit des Gesteins für die Flüssigkeitszirkulation ab. Je nach Poren- und Rißgröße des Gesteins ergeben sich unterschiedliche Fließwiderstände, die durch Pumpen überwunden werden müssen. Desweiteren ist die Wärmeleitfähigkeit des Gesteins entscheidend, wobei z.B. Granit oder Gneis mit ihren hohen Werten sehr günstige Eigenschaften besitzen. Für eine sinnvoll nutzbare Bohrung müssen Fließraten von 50-100 l/s er-reicht werden . Beispielrechnungen zeigen, dass es für die Erzeugung elektrischer Energie optimale Tiefen und Zirkulationsraten für eine HDR-Anlage gibt. Für eine HDR-Anlage, bestehend aus drei Wärme-tauschern á 1 km2 in einer Tiefe von 5,5 km, wurden bei 250°C Gesteinstemperatur und Fließraten von dreimal 25 l/s Stromgestehungskosten von 10 Cent/kWh ermittelt.