Mit sogenannten Wohnungsstationen mit dezentraler TWE und individueller Heizungsversorgung läßt sich der Wärmeverbrauch für Heizung und Warmwasser mit Hilfe eines Wärmezählers individuell messen und es müssen keine Hilfsverfahren zur Wärmekostenverteilung angewendet werden. Dies entspricht einerseits dem Wunsch der Vermieter durchlaufende Kosten berechnen zu können, für die sie ursächlich nicht verantwortlich sind und ermöglicht andererseits mit Hilfe einer automatisierten Zählerauslegung (Funkmodule oder Bus-Systeme) eine Verbrauchserfassung ohne Störung der Individualssphäre des Mieters. Derartige automatisierte Systeme kommen jedoch aus Kostengründen nur für den gehobenen Wohnungs- und Verwaltungsbau in Frage. Vorteile der dezentralen Installation sind das eingesparte Zirkulationssystem, die kurzen Wege von der TWE-Anlage zu den Zapfstellen und die oben angesprochene wohnungsweise Abrechnung. Dem gegenüber stehen die hohen Investitionskosten im Vergleich zu zentralen Systemen, der höhere Wartungsaufwand, die schwierigere Wärmemessung aufgrund der geringen Volumenströme und die hohen Wärmeverluste durch die Betriebsbereitschaft des gesamten Systems im Sommer und in der Übergangszeit mit überhöhten Heizmitteltemperaturen. Außerdem erfordert eine wohnungsweise Versorgung und Abrechnung eine horizontale Verlegung der Versorgungsleitungen, d.h. jede Wohnung wird über einen eigenen Strang versorgt. Dies führt gegenüber der konventionellen vertikalen Verlegemethode zu Mehrkosten von ca. 10% [AGFW96b].