[wärmeverteilung]

Beispiele

Im folgenden werden drei verschiedene Nahwärmenetze und ein Fernwärmenetz vorgestellt, bei denen
verschiedene Rohr- und Verlegesystemkombinationen zu einer kostengünstigen Auslegung geführt haben.

Nahwärmenetz Bredstedt
Das Nahwärmenetz Bredstedt versorgt ca. 100 Wohngebäude (130 WE) und drei gewerbliche Abnehmer mit Wärme
(80 / 50 °C); die Einbindung der Hausstationen erfolgt zumeist indirekt.
Die Hauptverteilleitungen des Strahlennetzes sind als KMR, die Unterverteil- und Hausanschlußleitungen - je
nach Trassenverlauf - als KMR oder PMR-Rohr ausgeführt. Durch die Kombination beider Rohrsysteme wurde die
Gesamtinvestition minimiert.

Nahwärmenetz Niedernhausen-Distelweg
Das Nahwärmenetz Niedernhausen-Distelweg versorgt 41 Einfamilien- bzw. Reihenhäuser mit Wärme (70 / 40 °C).
Bei der Erschließung der Einfamilienhäuser wurde die Einschleiftechnik, bei den Reihenhäusern die
Kellerverlegung realisiert. Sämtliche erdverlegte Leitungen (500 m) sind PMR-Rohre (DN 20 - DN 40).
In diesem Beispiel führte diese Kombination aufgrund der geringen Größe des Netzes und seines geschlossenen
Aufbaus zu einem Kostenminimum.

Nahwärmenetz Bielefeld-Waldquelle
Im Neubaugebiet Bielefeld-Waldquelle werden 100 Wohneinheiten (vorwiegend Einfamilienhäuser) direkt mit
Nahwärme (70 °C / 50 °C) versorgt.
Bei der Planung des Nahwärmenetzes wurde versucht einen Großteil des Netzes als Kellerverlegung
auszuführen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die erdverlegten Leitungen zwischen den Gebäuden ohne Knicke
und Formstücke auskommen und mögliche Restdehnungen innerhalb des Gebäudes aufgenommen werden können.
Dadurch können die kostengünstigen KMR ohne Formstücke und Dehnungsaufnehmer zwischen den Häusern verlegt
werden; die Formstücke innerhalb der Keller verteuern dagegen die Kellerverlegung nur unwesentlich.

Fernwärmenetz Wolfsburg
Das Fernwärmenetz Wolfsburg besteht aus Kunststoffverbundmantelrohren, die im Straßenraum liegend die
Hauptstraßen erschließen; Nebenstraßen werden durch Keller- und Haus-zu-Haus-Verlegung erschlossen.
Für die Kellerverlegung wird kein rechtsverbindlicher Vertrag (Grunddienstbarkeit) geschlossen,
sondern es erfolgt nur eine Absprache zwischen dem Eigentümer und den Stadtwerken.
Die erdverlegten Verbindungsleitungen zwischen den Gebäuden bestehen zumeist aus flexiblen
Kupfermediumrohren (Aquawarm). Diese Kombination von KMR, Kellerverlegung und flexiblen Kupfermediumrohr
bietet sich vor allem bei höheren Temperaturen und mittleren bis großen Nahwärmenetzen an.