[wärmeverteilung]

Rohr-/Verlegesysteme

Zur Fernwärmeversorgung stehen - je nach Anwendungsgebiet
- verschiedene Verlegesysteme zur Verfügung:
Das Kunststoffverbundmantelrohr mit Stahlmediumrohr (KMR)
ist aufgrund der Standardisierung, der Robustheit und des
geringen Materialpreises das meistverlegte Rohrsystem.
Flexible Rohrsysteme (Flexible Kunststoffmediumrohre PMR,
Flexible Metallmediumrohre MMR) konkurrieren hauptsächlich
im Bereich der Unterverteilung/Hausanschlußleitung bei ent-
sprechenden Einsatzparametern (Druck/Temperatur) mit
dem KMR. Von Vorteil ist hierbei die Verlegung von der Rolle
(hohe Verlegegeschwindigkeit, wenige Verbindungen),die
flexible Leitungsführung und die Selbstkompensation. Die Verlegung der hier vorgestellten Rohrsysteme erfolgt aus
Kostengründen als sogenannte Flachverlegung ohne definiertes Gefälle, ohne Entlüftungsarmaturen an Hochpunkten
und ohne Schachtbauwerke. Auf die früher übliche Gefälleverlegung wird bei diesen Rohrsystemen verzichtet.
Grundsätzlich wird angestrebt die Rohrleitung möglichst im Tagestakt zu verlegen, um die Kosten für die Baustel-
lenabsicherung zu reduzieren und die Störungen des Verkehrs und der Anwohner so gering wie möglich zu halten.
Im Gegensatz zu den bisher aufgeführten erdverlegten Rohrsystemen, gibt es noch Freileitungen, Kanalverlegung
und die Kellerverlegung:
Die Kanalverlegung, die lange Zeit von großer Bedeutung war, wird aufgrund der hohen Kosten heute nur noch in
wenigen Fällen und nur bei großen Nennweiten eingesetzt. Freileitungen, die einfach und kostengünstig zu verlegen
sind, haben zukünftig eine geringe Bedeutung und werden aus städtebaulichen Erwägungen bei Nahwärmenetzen
nicht genehmigt. Daher finden diese Verlegeformen keine Berücksichtigung in diesem Leitfaden.
Die mit Abstand kostengünstigste Verlegetechnik ist die Kellerverlegung, da sie den Tiefbau drastisch reduziert
und nur einfache, nachisolierte Heizwasserrohre, anstelle spezieller, vorisolierter Fernwärmerohre benötigt.
Ein weiteres Verlegeverfahren, das nicht an spezielle Rohrleitungen gebunden ist, ist die grabenlose Verlegung.
Diese wird nur eingesetzt, um Bahnlinien, Autobahnen, Gebäude oder große Straßenkreuzungen, die nicht gesperrt
werden können, zu queren bzw. bei entsprechenden Auflagen des Umweltamtes bzgl. offener Bauweise in
geschützten Grünbereichen.