[leitfaden / optimierung des gesamtsystems]

Wärmenachfrage

Bei der Wärmenachfrage muß zwischen Hausstation und Hausanlage unterschieden werden. Bei Hausstationen sinken die technischen Sicherheitsanforderungen, sofern die Vorlauftemperatur die Grenzen von 120 bzw. 110 °C unterschreitet. Abhängig vom Typ der Hausstation können mehrere 500 Eur eingespart werden (Tabelle). Die Rücklauftemperatur des Netzes ist für die Kosten der Hausstationen von geringer Bedeutung, da die internen Wärmetauscher nur in abgestuften Größen angeboten werden und erst bei unterschreiten einer bestimmten Temperatur höhere Kosten durch einen größeren Wärmetauscher entstehen.

bis 15 kW TVL=90°C Grundpreis* TVL=110°C TVL=130°C
direkt, ohne TWE -1000 Eur 1380 Eur +1000 Eur
indirekt, ohne TWE ungebräuchlich 2150 Eur +350 Eur
zusätzlich TWE primär ±0 Eur 650 - 1400 Eur +250 Eur
*bei einer heizungsseitigen Temperaturspreizung von 90/60; bei 60/40 oder 45/35 liegen die Kosten deutlich höher

Für die Hausanlage (Heizkörpern) ist die Fernwärme-Vorlauftemperatur ohne Einfluß, da sie zumeist oberhalb der Hausanlagenvorlauftemperatur liegt. Eine Absenkung der Rücklauftemperatur dagegen führt zu geringeren mittleren Heizkörpertemperaturen und damit zu einer Minderleistung; d.h. es werden größere Heizkörper benötigt, um die gleiche Wärmeleistung zu übertragen: Eine Absenkung der Rücklauftemperatur um 1 K führt zu Mehrkosten für Heizkörper von ca. 1,5-3,5 Eur pro kW installierter Leistung. Zu beachten ist jedoch, daß im Bestand die notwendigen Mehrkosten aufgrund der vorzusehenden Ersatzlösung deutlich höher sein können. Bei Neubaumaßnahmen sind die Mehrkosten jedoch in vielen Fällen akzeptabel.