| VL/RL-Temperatur der Hausanlage | Mehr-/Minderleistung gegenüber 90/70°C |
| 110/ 60°C | +4% |
| 110/ 50°C | -12% |
| 110/ 40°C | -29% |
| 90/ 70°C | +-0% |
| 90/ 60°C | -14% |
| 90/ 50°C | -27% |
| 90/ 40°C | -42% |
| 60/ 40°C | -62% |
Die Wärmeleistung eines Heizkörpers ist von der mittleren Heizkörpertemperatur abhängig.
Im Gegensatz zu der bei Heizungsanlagen üblichen Auslegung auf 90/70 °C für die Vorlauf-/Rücklauftemperatur
müssen bei der Fernwärmeversorgung wesentlich größere Spreizungen erreicht werden. Dadurch reduziert sich
wiederum die mittlere Heizkörpertemperatur. Um diese Reduzierung auszugleichen, müßten die Heizkörper vergrößert
werden, um weiterhin die erforderliche Raumwärme bereitzustellen. Je geringer die Vorlauftemperatur und je
größer die Spreizung desto stärker wird die Heizkörperleistung gemindert (siehe Tabelle).
In der Praxis läßt sich jedoch eine Heizflächenvergrößerung meist vermeiden, da ein Großteil der Anlagen über
Heizflächenreserven verfügt, die durch Überdimensionierung entstanden sind. So ergaben mehrere Analysen
bestehender Heizsysteme im Vergleich zu der Berechnung nach DIN 4701 durchschnittliche
Überdimensionierungsfaktoren von 1,3 bis 1,6. Zur Erfassung dieses Potenzials ist aber eine genaue
Bestandsuntersuchung notwendig, da in diesen Untersuchungen auch einige Heizkörper ermittelt werden konnten,
die bis zu 50% unterdimensioniert waren.