[hausstationen]

Trinkwassererwärmung

Wie bei der Wärmebedarfsermittlung beschrieben, wird in Zukunft eine wirtschaftliche Wärmeversorgung im Neubau
nur bei kombinierter Raum- und Trinkwassererwärmung möglich sein.
Trotzdem beinhalten derzeit nur 50 % der neuen Hausstationen eine TWE. Als Gründe werden u.a. die hohen
Investitionskosten einer zentralen TWE und der hausinternen Verteilung angegeben sowie der damit verbundene
Abrechnungsaufwand des Vermieters im Vergleich zu dezentralen Elektrogeräten.
Durch den verstärkten Einsatz der kostengünstigeren Erwärmung im Durchflußprinzip könnten sich die derzeitigen
Verhältnisse zukünftig verändern. Für die TWE werden drei verschiedene Techniken eingesetzt:
das Durchflußsystem, das Speichersystem und das Speicher-Lade-System (siehe Bild).
Derzeit wird bei kleinen Leistungen (bis 6 NL ) vorwiegend das Speicher-
system und bei größeren Leistungen das Speicher-Lade-System
eingesetzt. Das Durchflußsystem besitzt zur Zeit nur eine unter-
geordnete Bedeutung bei kleinen Leistungen bis 3 NL.
Beim Durchflußsystem wird das Trinkwasser direkt zum Bedarfszeit-
punkt durch einen Plattenwärmetauscher erwärmt.
Daher werden relativ hohe Leistungen benötigt, die sich jedoch bei
Anschluß mehrerer Verbraucher durch die zu berücksichtigende Gleich-
zeitigkeit verringern. Diese TWE kann auch zweistufig ausgeführt werden, wobei in der ersten Stufe der Heizungs-
rücklauf zur Vorwärmung genutzt wird. Im primär eingebundenen Nachwärmetauscher erfolgt dann die restliche
Aufwärmung. Bei der Durchflußtechnik muss auf eine gute Regelung geachtet werden.
Vorteile des Durchflußprinzips sind die hygienisch einwandfreie Trinkwasserbereitung , die gute Auskühlung des
Fernheizwassers, der geringe Platzbedarf sowie die geringen Investitionskosten.
Der Vorteil des Speicherwassererwärmers liegt in der geringen Anschlußleistung, da das Trinkwasser vor der
Entnahme mit relativ kleinen Heizleistungen in einem Speicher-TWE aufgeheizt wird. Dadurch stehen kurzfristig
große Mengen erwärmten Trinkwassers zur Verfügung, dessen Temperatur auch bei schwankender Abnahme relativ
konstant ist. Nachteilig ist der große Platzbedarf und die sich verschlechternde Auskühlung des Fernheizwassers
im Laufe des Ladevorganges, an dessen Ende die Fernwärmerücklauftemperatur sogar bis an die Speichertemperatur
angehoben wird. Außerdem sind die Investitionen für das Speichersystem höher als beim Durchflußsystem, da die
Mehrkosten des größeren Wärmetauschers wesentlich geringer als die des Speichers sind.
Da sich in Bereichen mit mittleren Temperaturgradienten, die konstruktionsbedingt im unteren Teil des Speichers
auftreten können, Legionellen gut vermehren, kann es zu Problemen bei der Trinkwasserhygiene
(Warmwasserbereitung, Hygiene) kommen. Das Speicher-Ladesystem stellt eine Kombination zweier Systeme dar.
Es besteht aus einer Zusammenschaltung eines Durchfluß-TWE und eines Speichers über eine Regelschaltung und
eine Speicherladepumpe. Der Wärmeübertrager deckt nur den durchschnittlichen Trinkwarmwasserbedarf.
Die Verbrauchsspitzen werden zusätzlich durch den Speicher gedeckt, der wiederum in Zeiten geringen Verbrauches
vom Wärmetauscher geladen wird. Dieses Zusammenspiel erfordert eine optimale Auslegung von Wärmeübertrager und
Speicher und einen im Vergleich zum Durchflußsystem regelungstechnischen Mehraufwand.
Die Einbindung kann bei allen drei Systemen über das Fernheizwasser (primärer Anschluß) oder das Netz der Haus-
anlage (sekundärer Anschluß ) erfolgen. Letzterer kommt dann zum Einsatz, wenn aufgrund hoher Betriebsdrücke
und -temperaturen ein direkter Anschluß unmöglich oder nicht gewünscht ist.
Desweiteren ist der Anschluß mit oder ohne Beimischung möglich, wobei letzteres i.a. zur Vermeidung von
Verkalkung des direkt angeschlossenen Wärmeübertragers bei hartem Wasser erfolgt.
Die TWE erfolgt zumeist im Vorrangbetrieb, d.h. die Heizung wird während des Lastvorganges nicht versorgt, wobei
die Ladezeiten aus Komfortgründen nicht länger als 0,5-1 Stunde sein sollten. Die bei Großanlagen vorgeschriebene
Zirkulation und die dezentrale Trinkwassererwärmung mittels sogenannter Wohnungsstationen wird im Anhang
näher erläutert.